Jüdische Gemeinde Osnabrück K.d.ö.R

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7. Kislev 5779
15. November 2018

Geschichte

  • 1360

    In der ″Geschichte der Stadt Osnabrück im Mittelalter″ nimmt Hermann Rothert an, dass in der Schweinestraße (heute Marienstraße) ursprünglich die gesamte Judenschaft der Stadt Osnabrück gewohnt und gebetet habe. Eine Synagoge entstand um 1360 innerhalb der Johannisleischaft in der Redlinger Straße.

  • 14. Jahrhundert

  • 15. Jahrhundert

    In frühem 15. Jahrhundert ging es mit der jüdischen Gemeinde in Osnabrück zu Ende.

  • 1823

    Als die Landdrostei 1823 zu einem Bericht über die Juden aufforderte, wobei nach einem Rabbiner gefragt wurde, antwortete der Rat: ″Es leben hier 5 (jüdische) Familien. Ihren G′ttesdienst halten sie in einem gemieteten Hinterzimmer des Tuchfeldtschen Hauses (Hakenstraße 16) ab.“

  • 1872

    Erst 1872 war die Gemeinde stark genug (394 jüdischen Einwohnern), das Haus Barfüßerkloster 6/7 für 4500 Taler zu erwerben und als Synagoge und Schule einzurichten.

  • 13. September 1906

    Am 13. September 1906, wurde die neue Synagoge, an der Rolandstraße unter Teilnahme des Landrabbiners Dr. Löb aus Emden und den Vorsitzender der Gemeinde Bankier Blumenfeld , feierlich eingeweiht. ″Der imponierende Kuppelbau enthält über 400 Sitzplätze und bildet eine Zierde unserer Stadt″, schrieb Ludwig Hoffmeyer in der ersten Ausgabe seiner Chronik. Das Nebengebäude der Synagoge diente als Gemeindehaus, das auch die einklassige Schule enthielt.

  • 13. September 1906 — Synagoge am Barfüßerkloster 6/7

  • 1938/39

    Am 9 November 1938 wurde die Synagoge in der Pogrom-Nacht von Osnabrücker SA in Brand gesetzt. Das angrenzende Gemeindehaus blieb zwar unversehrt, musste aber im Mai 1939 von den jüdischen Bewohnern geräumt werden. Sie siedelte man in so genannte Judenhäuser um.

  • 1940/41

    Die wenigen noch in Osnabrück lebenden Juden fanden sich am Sabbath im ehemaligen Geschäftshaus der Gebrüder Flatauer an der Möserstraße 26 zusammen. Ewald Aul, damals dreizehn Jahre alt, erinnert sich, dass er im April 1939 in diesem Hause seine Bar Mizwa feierte. G′ttesdienst fand hier bis Anfang Februar 1940 statt.

    Bis zum Dezember 1941 war Haus der Witwe Stern in der Seminarstraße 31 die letzte Stätte jüdischen G′ttesdienstes in Osnabrück, als die letzten Bewohner des Hauses nach Riga deportiert wurden.

  • 1945/46

    Am 4. April 1945 rücken die Engländer in Osnabrück ein. Gleich nach der Befreiung suchen die wenigen Juden ihre heilige Stätte, die in Trümmern lag. Das ehemalige Klassenzimmer der jüdischen Schule wurde zur provisorischen Bethauses umgebaut und am 19. August 1945 in Anwesenheit von Rabbiner Dr. H. Helfgott (Asaria)* und Rabbiner Wilensli die Eröffnung gefeiert.

    Aus dem Lager Bergen-Belsen wurde eine kleine Thorarolle mitgebracht. Aus dem Lager kamen auch einige wenige Mitglieder der Osnabrücker Gemeinde. Die werdende Gemeinde zählte im Oktober 1945 45 Mitglieder und im Februar 1946 noch 42 Seelen. Nur zwölf von ihnen waren gebürtige Osnabrücker.

  • 1967-1969

    1969 zählte die Gemeinde (die Stadt mit dem gesamten Regierungsbezirk Osnabrück) nur 64 Mitglieder (25 lebten in der Stadt selbst).
    Trotz aller Schwierigkeiten und der geringen Zahl der Angehörigen entschloss sich die Gemeinde zu Osnabrück eine Synagoge und ein Gemeindehaus aufzubauen. Die Grundsteinlegung für die neue Synagoge erfolgte am 11. Dezember 1967. Worte anlässlich der Grundsteinlegung:
    ″Mit Demut und Schmerz der Erinnerung in unseren Herzen haben wir uns hier versammelt, um den Grundstein für die neue Synagoge zu legen. Wir vollziehen diesen heiligen Akt, um den Namen G′ttes zu verherrlichen, um die Erinnerung an diejenigen zu bewahren, Brüder und Schwestern, die in den vergangenen Jahrhunderten in dieser Stadt gelebt und gewirkt haben.″ Davon sprechen auch die Worte des damaligen Vorsitzenden der Gemeinde, Albert Rose bei Einweihung der Synagoge am 1. Juni 1969:
    ″…Unsere jüdische Pflicht fordert jedoch—seit der Wüstenwanderung—von uns: ein Zelt dem Ewigen aufzuschlagen, wo immer wir auch sein mögen. Wir sind ein Volk der Ewigkeit, und aus diesem Grunde dürfen wir keinen Augenblick aufhören, das Zelt G′ttes zu bauen…″

  • 1967-1969

  • 90er

    Die Situation in der Gemeinde hat sich Anfang der 90er Jahre grundlegend verändert, als die jüdischen Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland kamen. Die Zahl der Gemeindemitglieder ist bis zum Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts auf knapp 1.000 gestiegen.

    Deswegen ist die Entscheidung getroffen worden, das Gemeindehaus umzubauen. Der Umbau begann in Oktober 2008 und erfolgte mit eigenen Mitteln und finanzieller Unterstützung von der Stadt Osnabrück, den Landkreisen von Osnabrück, Emsland, Grafschaft Bentheim und Landesverband der Jüdischen Gemeinden Niedersachsen. Am 03.02.2010 wurde das neue Gemeindezentrum feierlich eingeweiht.

  • Heute